Vorträge

Die nächsten Veranstaltungen im Dezember/Januar kompakt (Details siehe unten im Überblick):


Vorträge und Präsentationen 2. Halbjahr 2017

Alle Veranstaltungen des 2. Halbjahres 2017 im Überblick:
(aktualisiert: Dezember 2017)


Stadt Heubach, Ostalbkreis

Dienstag, 19. September 2017

Forschungen und Grabungskampagne an der "Teufelsmauer" bei Heubach

Dr. Christian Bollacher, Landesamt für Denkmalpflege, Gebietsreferent Archäologische Denkmalpflege

Ort: Kulturhaus Silberwarenfabrik, Hauptstraße 63, 73540 Heubach
Beginn: 19:00 Uhr
Eintritt frei

Im Rahmen dieser Grabungskampagne fanden seit letztem Jahr auch Lehrgrabungen der Gesellschaft statt.

Zu den Inhalten der Präsentation lädt die Stadt Heubach als Veranstalter mit folgendem Text in Ihrem Veranstaltungskalender 2017 ein:

"Seit dem vergangenen Jahr sind die Archäologinnen und Archäologen des Landesamtes für Denkmalpflege auf dem Mittelberg bei Heubach-Lautern tätig. Im Zentrum des Interesses steht dabei die sogenannte „Teufelsmauer“, eine mächtige Befestigungsanlage aus vorgeschichtlicher Zeit, über deren Alter und Funktion bisher so gut wie nichts bekannt war. Zwei mehrmonatige Grabungskampagnen, die mit freundlicher Unterstützung der Förderstiftung Archäologie in Baden-Württemberg durchgeführt werden konnten, haben nun Licht in das Dunkel um den Mittelberg gebracht. Das Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, der Ostalbkreis und die Stadtverwaltung Heubach laden alle interessierten Mitbürgerinnen und Mitbürger ganz herzlich zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung über die archäologischen Forschungen in der Rosenstein-Region und Vorstellung erster Ergebnisse der Ausgrabungen an der „Teufelsmauer“ auf dem Mittelberg bei Heubach ein.

Nach Grußworten von Landrat Klaus Pavel und Bürgermeister Frederick Brütting wird Dr. Christian Bollacher vom Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart in einer PowerPoint-Präsentation Einblicke in die archäologische Situation am Rosenstein und die aktuelle Arbeit der Archäologen geben sowie erste Ergebnisse der letztjährigen und der aktuellen Ausgrabung vorstellen. Originale Fundstücke der Grabung können besichtigt und fotografiert werden. Außerdem bietet sich die Möglichkeit, Fragen an die Beteiligten zu richten.

Nach der zweiten Grabungskampagne auf dem Mittelberg kann ein erheblicher Forschungsfortschritt verzeichnet werden: Wie es sich nun darstellt handelt es sich bei der „Teufelsmauer“ um ein Bauwerk aus der Zeit um 400 v.Chr., welche als „frühe Latènezeit“ bezeichnet wird. Die Baumeister waren die Kelten.

Neben dem Mittelberg sollen auch die benachbarten Berge Rosenstein und Hochberg in den Fokus künftiger Forschungen rücken.

Wir würden uns über Ihre Teilnahme an dieser Veranstaltung sehr freuen und wünschen Ihnen einen interessanten, kurzweiligen Abend."

-> http://www.heubach.de/site/Heubach/node/12151616/Lde/zmdetail_523112303750
/Forschungen_und_Grabungskampagne_an_der_Teufelsmauer_bei_Heubach.html?zm.sid=zmtt54q926w1&nodeID=523112303750


Römermuseum Köngen

Freitag, 06. Oktober 2017

Öffentliche Präsentation und Publikation der Köngener Münzfunde

Dr. Matthias Ohm, Landesmuseum Württemberg, Stuttgart

Ort: Römermuseum Köngen, Zufahrt über Ringstrasse, 73257 Köngen
Beginn: 18:30 Uhr
Eintritt frei


Mittwoch, 01. November 2017

Die ländliche Besiedelung von Grinario (Köngen) und Umgebung in römischer Zeit

PD Dr. Martin Luik, Ludwig-Maximilians-Universität München (LMUM), Provinzialrömische Archäologie

Ort: Römermuseum Köngen, Zufahrt über Ringstrasse, 73257 Köngen
Beginn: 15:00 Uhr (!)
Kosten für Vortrag ohne Museumsbesuch: 4 €/Pers.
Kosten für Vortrag mit Museumsbesuch: Eintritt Museum zzgl. 3 €/Pers.


Regierungspräsidium Tübingen

Dienstag, 07. November 2017

Sechs Höhlen, zwei Täler, ein Welterbe - Höhlen und Eiszeitkunst auf der Schwäbischen Alb

Landesamt für Denkmalpflege im RP Stuttgart, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, RP Tübingen

Ort: Regierungspräsidium Tübingen, Konrad-Adenauer-Str. 20, 72072 Tübingen
Beginn: 18:00 Uhr
Eintritt frei

Im Vortrag werden einerseits Hintergrund und Bedeutung der Funde, der Höhlen und der Landschaft beleuchtet, andererseits wird der Weg der Nominierung bis hin zur Welterbeeinschreibung am 09.07.2017 thematisiert. Weitere Informationen zu dieser 6. UNESCO Welterbestätte in Baden-Württemberg -> www.iceageart.de


Universität Hohenheim

Vortragsreihe im Rahmen des Studium generale: Universität Hohenheim erleben - von der Vergangenheit in die Zukunft

Öffentliche und kostenfreie Vortragsreihe über 200 Mio. Jahre Klima- und Erdgeschichte am Standort der Universität Hohenheim

Ort: Schloss Hohenheim, i.d.R. Aula, Schloss Mittelbau, 1. OG, Raum 136
Beginn: jeweils 18:00 Uhr
Eintritt frei

Donnerstag, 19. Oktober 2017: "Die allererste Agrarrevolution - Hohenheim vor 7.000 Jahren - Die ersten Bauern in Südwestdeutschland: Der Wandel von der Natur- zur Kulturlandschaft", Dr. Jörg Bofinger, Landesamt für Denkmalpflege, Esslingen

Donnerstag, 02. November 2017: "Saurier schwimmen über die Filderebene - Hohenheim vor 180 Millionen Jahren", Dr. Matthias Geyer, Institut für Geowissenschften der Universität Freiburg

Donnerstag, 23. November 2017: "Ein Meteor zerstört alles Leben: Neuanfang - Hohenheim vor 15 Millionen Jahren", Gisela Pösges, stv. Leiterin des RiesKraterMuseums, Nördlingen

Donnerstag, 14. Dezember 2017: "Mammutjagt im Staubsturm - Hohenheim vor 20.000 Jahren", Dr. Joachim Eberle, Geografisches Institut der Eberhard Karls Universität Tübingen, Tübingen

Donnerstag, 18. Januar 2018: "Bringt uns das Klima um? - Hohenheim vor 50 - 100 Jahren", Prof. Dr. Jürgen Baumüller, Universität Stuttgart, Stuttgart

Donnerstag, 01. Februar 2018: "Wüsten, Meere, Sümpfe eines Superkontinents - Hohenheim vor 225 Millionen Jahren", Prof. Dr. Theo Simon, ehem. Universität Stuttgart, Stuttgart

Aus der Einladung zum Studium generale: „Wir stehen am Ort des Schlosses und lassen die Uhr gut 200 Millionen Jahre zurück laufen und auch 50 Jahre voraus“: Mit diesem Versprechen lädt das Studium generale unter dem Titel „Hohenheim erleben in Vergangenheit und Zukunft“ zu einer Zeitreise mit Geologen, Archäologen, Historikern und Klima-Experten als Reisebegleiter.

Von Schwimmsauriern auf den Fildern über Neuanfänge nach Asteroiden-Einschlägen, dem Auftauchen des Menschen als Mammutjäger und seiner Sesshaftigkeit als erster Siedler auf dem späteren Campus der Universität: Die sechs Vorträge des Studium generale spannen einen Bogen über die wichtigsten Ereignisse der Erd- und Klimageschichte Hohenheims und wagen eine Prognose, wie sich der Standort der Universität Hohenheim angesichts der Klimaveränderungen in den kommenden 50 bis 100 Jahre entwickeln wird. Gleichzeitig soll der 200 Mio-Jahre Blick zurück und nach vorn auf das 200ste Jubiläum der Universität im kommenden Jahr einstimmen.

Weitere Information zum kostenfreien Studium generale finden Sie unter:
Pressemitteilungen der Universität Hohenheim:
-> https://www.uni-hohenheim.de/pressemitteilung?tx_ttnews%5Btt_news%5D=37342&c
Hash=70bae3f370f1d6c92097b6b6c9bf3e97

bzw. unter:
Studium generale der Universtät Hohenheim
-> https://www.uni-hohenheim.de/studium-generale


Stadt Bopfingen, Ostalbkreis

Samstag, 18. November 2017

6. Keltenkolloquium Bopfingen "Naturwissenschaften in der Archäologie der Kelten"

Veranstaltung der Stadt Bopfingen in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege im RP Stuttgart, der Goethe Universität Frankfurt sowie dem "Förderverein Keltischer Fürstensitz Ipf".

Ort: Schranne im Alten Rathaus, Marktplatz 1, 73441 Bopfingen
Beginn: 14:00 Uhr bis ca. 18:30/19:00 Uhr
Eintritt frei
Anmeldung erforderlich: 07362 / 80111 oder per e-Mail: h.haidn@bopfingen.de

Aus der Einladung zum Kolloquium: "Im Fokus der diesjährigen Veranstaltung steht die Bedeutung der Naturwissenschaften in der Archäologie der Kelten. Längst haben modernste naturwissenschaftliche Methoden Einzug in die Welt der Archäologie erhalten. Mitunter eröffnen sich dadurch spektakuläre Einblicke in Funde und Befundzusammenhänge, die vor wenigen Jahren noch für unmöglich gehalten wurden. Im Rahmen des sechsten Keltenkolloquiums geben ausgewiesene Experten Einblicke in den Einsatz modernster naturwissenschaftlicher Methoden in der Archäologie der Kelten. Das Spektrum reicht dabei von der Anthropologie und dem Menschen selbst, über seine Essgewohnheiten bis hin zu Fragen der Mobilität und der Migration. Zur Anwendung kommen inzwischen Isotopenforschungen und andere spektakuläre Untersuchungsmethoden, die bis dahin nur aus der Medizin bekannt waren. Abschließend werden anhand der geophysikalischen Prospektionen auf dem Ipf die beiden letzten Grabungskampagnen 2016 und 2017 thematisiert und die neuesten Ergebnisse vorgestellt."

Weiterführende Informationen zu den Referenten und dem detaillierten Ablauf des Kollogquiums finden Sie im Internet unter: https://www.events-am-ipf.de/event-guide/keltenkolloquium-2017/


Stadtmuseum Nürtingen

Eröffnungsvortrag zur Sonderausstellung 'ÖTZI der Mann aus dem Eis'

Ort: Stadtmuseum Nürtingen, Wörthstr. 1, 72622 Nürtingen
Beginn: 19:00 Uhr
Eintritt frei

Freitag, 24. November 2017: "Vom Leben in der Jungsteinzeit", Dr. Raiko Krauß, Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters der Eberhard Karls Universität Tübingen

ÖTZI der Mann aus dem Eis - Eine Familienausstellung des Stadtmuseums Nürtingen vom 25.11.2017 bis 25.02.2018
Aus der Einladung zur Sonderausstellung, in der die rund 5300 Jahre alte Gletschermumie als originalgetreues Imitat zu sehen ist:
"Im Jahr 1991 entdeckten zwei Wanderer in den Ötztaler Alpen auf 3210 Höhenmetern eine mumifizierte Leiche. Der berühmte Bergsteiger Reinhold Messner erkannte, dass es sich um einen prähistorischen Fund handelte. Der Mann aus dem Eis, bald liebevoll "Ötzi" genannt, war eine archäologische Sensation. Ein außergewöhnlicher Umstand war, dass die Gletschermumie samt Kleidung und Ausrüstung aufgefunden wurde. Alle Funde wurden von Wissenschaftlern sorgfältig dokumentiert und ausgewertet.

Die jungsteinzeitlichen Objekte ermöglichen einen tiefen Blick in die Kupferzeit vor 5.000 Jahren. Ötzi führte ein Beil mit Kupferklinge, einen Dolch aus Feuerstein sowie einen Bogen samt Köcher mit sich. Zu seiner Kleidung gehörte z.B. eine Mütze aus Bärenfell, ein Ziegenfellmantel und Schuhe aus Fell und Grasgeflecht. Wie er seine Rückentrage baute, wofür das Gefäß aus Birkenrinde wohl diente – diese Fragen werden in der Ausstellung beantwortet.
Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite des Stadtmuseums -> Aktuell im Museum: ÖTZI der Mann aus dem Eis. Dort steht auch ein Flyer zur Familienausstellung zum Download zur Verfügung.


Franziskanermuseum Villingen-Schwenningen

Mittwoch, 29. November 2017

Dr. Anita Auer, Museumsleiterin und Prof. Dr. Dirk Krausse, Landesarchäologe

Einladung zur Buchpräsentation "Neue Forschungen zum Magdalenenberg" und Vortrag "Fürstinnen - Reiter - Kultplätze: Neue Ausgrabungen und Forschungen im Umfeld der Heuneburg". Ein Flyer mit weiteren Informationen steht zum Download bereit -> Einladung Buchpräsentation Magdalenenberg.

Ort: Franziskanermuseum Villingen-Schwenningen, Rietgasse 2, 78050 Villingen-Schwenningen
Beginn: 19:00 Uhr
Eintritt frei


Museum Ulm

Vortragsreihe im Rahmen der Sonderausstellung '41 Minuten'

Ort: Museum Ulm, Marktplatz 9, 89073 Ulm
Beginn: jeweils um 19:30 Uhr
Eintritt frei

Donnerstag, 07. Dezember 2017: "Auf archäologischem Gleis über die Schwäbische Alb - Die Trassengrabung entlang der A8", Dr. Jonathan Scheschkewitz, Landesamt für Denkmalpflege

Donnerstag, 18. Januar 2018: "Frühe Siedler in einer rauen Landschaft - Die Jungsteinzeit auf der Schwäbischen Alb", Dr. Jörg Bofinger, Landesamt für Denkmalpflege

Donnerstag, 15. Februar 2018: "Grabhügel und Viereckschanzen - Zur keltischen Besiedlung auf der Schwäbischen Alb", Dr. Günther Wieland, Landesamt für Denkmalpflege

Donnerstag, 15. März 2018: "Die Eisenbahn ist es gewesen - Die Entdeckung des alamannischen 'Todtenfelds' am Ulmer Bahnhof 1857", Kurt Wehrberger M.A., Museum Ulm

41 Minuten - Ein Ausstellungsprojekt des Museums Ulm und des Landesamts für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart vom 25.11.2017 bis 08.04.2018 "Auf archäologischem Gleis über die Schwäbische Alb"
Aus der Einladung zur Sonderausstellung:
"Ein Schatz keltischer Silbermünzen am Rand der Autobahn - das ist nur eine von vielen archäologischen Entdeckungen auf der neuen ICE-Trasse zwischen Ulm und Stuttgart. Von 2010 - 2016 untersuchten Archäologen des Landesamts für Denkmalpflege die Flächen für die Neubaustrecke und parallel dazu diejenigen für den Ausbau der A8 zwischen Hohenstadt und Ulm. Die Ausgrabungen erbrachten einzigartige Einblicke in die Besiedlungsgeschichte der Schwäbischen Alb von der Jungsteinzeit bis in das Hohe Mittelalter." Ein Flyer mit Anfahrtsbeschreibung und weiteren Informationen steht zum Download bereit -> Flyer 41 Minuten



Bitte vormerken:

Vorträge und Präsentationen 1. Halbjahr 2018

Alle Veranstaltungen des 1. Halbjahres 2018 im Überblick:
(Stand: November 2017)


Gesellschaft für Archäologie in Württemberg und Hohenzollern e.V.

Vortragsreihe "Die Eiszeithöhlen der Schwäbischen Alb als UNESCO-Weltkulturerbe"

Ort: Landesmuseum Württemberg, Vortragssaal, Altes Schloss, Schillerplatz 6, 70173 Stuttgart
Beginn: jeweils um 19:00 Uhr
Eintritt: 6,00 € / Mitglieder 4,00 €


-> Donnerstag, 22. Februar 2018

Die Anfänge der Kunst

Prof. Dr. Claus-Joachim Kind, Gebietsreferent Archäologische Denkmalpflege, Paläontologie im Landesamt für Denkmalpflege, Esslingen

Eines der faszinierendsten Phänomene der Altsteinzeit sind die künstlerischen Hinterlassenschaften der eiszeitlichen Menschen. In Europa entstanden vor rund 40.000 Jahren die ersten Höhlenmalereien und Schnitzereien.

Der Referent beschreibt die europäpische Eiszeitkunst mit ihren spektakulären Darstellungen von Tieren und Menschen. Hierbei wird auch auf die besondere Rolle eingegangen, welche die Schwäbische Alb bei der Entstehung dieser Kunst spielte. Im Sommer 2017 wurden einige schwäbische Höhlen mit steinzeitlichen Kunstobjekten in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen.


-> Donnerstag, 22. März 2018

Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb: Zur Genese und Bedeutung des Weltkulturerbes

Conny Meister, M.Sc., Welterbeantrag Eiszeithöhlen im Landesamt für Denkmalpflege, Esslingen

Die "Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb" sind seit dem 09. Juli 2017 in die Welterbeliste der UNESCO eingetragen. Der Erhalt des Welterbetitels bedeutet nicht nur Prestige- und Wertgewinn für die Fundstellen und die Region. Die Einschreibung ist auch mit entsprechenden Verpflichtungen verbunden.

Während in der Einführung des Vortrags der Weg zum Welterbe kurz erläutert wird, stehen im weiteren Verlauf die Planungen zu Schutz und Konservierung, die Bedeutung des Welterbegedankens und der denkmalfachlichen Vermittlung sowie das zukünftige Management der Stätte im Vordergrund der Ausführungen.


-> Donnerstag, 19. April 2018

Eiszeitkunst aus den Höhlen der Schwäbischen Alb - ein Rückblick auf die Ausgrabungen der Universität Tübingen während der letzten 20 Jahre

Prof. Nicholas J. Conard, Ph.D., Ältere Urgeschichte und Quartärökologie an der Eberhard Karls Universität Tübingen

Seit 1996 leitet der Referent jährlich Geländearbeiten auf eiszeitlichen Fundplätzen der Schwäbischen Alb. Diese Ausgrabungen führten zu spannenden Entdeckungen, die die Wahrnehmung der schwäbischen Fundplätze im In- und Ausland entscheidend geändert hat und den Weg zum Weltkulturstatus der Höhlen vorbereiteten.

In seinem Vortrag schildert Professor Conard die bedeutendsten Schritte in der Forschung und die spannendsten Entdeckungen der letzten Jahrzehnte.


-> Donnerstag, 17. Mai 2018

Höhlennutzung in der Bronze- und Eisenzeit

Dr. Günther Wieland, Gebietsreferent Archäologische Denkmalpflege im Landesamt für Denkmalpflege, Esslingen

Der Mensch hat Höhlen nicht nur in der Steinzeit aufgesucht. Hinweise auf verschiedene Formen der Höhlennutzung (Kulturausübung, Bestattung, Wohnen, Versteck) gibt es aus allen Epochen, bis zur Gegenwart. Dabei ist eine Interpretation der archäologischen Spuren oft schwierig und es bedarf der Einbeziehung vieler Faktoren (z.B. Topographie, historischer Hintergrund, kultureller Kontext), um die Funde und Befunde einer Deutung näher zu bringen.

Im Vortrag wird das Spektrum der postmesolithischen Höhlennutzung vor allem an Beispielen aus der Bronze- und Eisenzeit vorgestellt.


VHS Schwäbisch Gmünd
in Kooperation mit der Gesellschaft für Archäologie in Württemberg und Hohenzollern e.V. und dem Schwäbisch Gmünder Arbeitskreis Archäologie

Vortragsreihe "Geheimnisvolle Vergangenheit - Moderne Archäologie. Entdecken - Bergen - Restaurieren."

Ort: VHS Schwäbisch Gmünd, Münsterplatz 15, 73525 Schwäbisch Gmünd, Saal B 0.2
Beginn: jeweils um 19.30 Uhr
Eintritt: 6,00 €


-> Dienstag, 23. Januar 2018

Der "Unlinger Reiter" - Spannende Entdeckungen in keltischen Grabhügeln bei Unlingen

Dr. Marcus Meyer, Gebietsreferent Archäologische Inventarisation, DFG-Projekt Welzheim im Landesamt für Denkmalpflege, Esslingen

Im Zuge des Neubaus der Bundesstraße 311 westlich von Unlingen (Landkreis Biberach) kamen bei einer Rettungsgrabung des Landesamtes für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart im Sommer 2016 unerwartet mehrere gut erhaltene und außergewöhnlich ausgestattete keltische Gräber aus der Hallstattzeit (8./5. Jh. v. Chr.) zum Vorschein. Eines davon enthielt die Überreste eines frühkeltischen Wagens und zudem eine Aufsehen erregende figürliche Bronzeplastik von überregionaler Bedeutung.

Das kleine Grabhügelfeld lag am Fuße des Berges Bussen unweit des frühkeltischen Machtzentrums Heuneburg. In dem Vortrag werden die Grabfunde vorgestellt und in ihr historisches Umfeld eingeordnet.


-> Dienstag, 20 Februar 2018

Von der Akropolis zur Polis - Neue Forschungserkenntnisse zur Heuneburg

Prof. Dr. Dirk Krausse, Landesarchäologe, Referatsleiter Archäologische Denkmalpflege und stv. Abteilungsleiter des Landesamts für Denkmalpflege, Esslingen

Professor Krausse stellt in seinem reich mit Animationen und Filmen illustrierten Vortrag die frühkeltische Megasiedlung "Heuneburg" in der Gemeinde Herbertingen vor, die zu den bedeutendsten prähistorischen Fundstätten Deutschlands zählt. Berühmt sind etwa die nach phönizisch-punischem Vorbild errichtete Lehmziegelmauer der Oberstadt oder die reichen Grabfunde in ihrem Umfeld.

Der Vortrag gibt Einblick in aktuelle Forschungen des baden-württembergischen Landesamts für Denkmalpflege, die zum Beispiel ein gut erhaltenes Holzkammergrab einer Frau ans Licht brachten. Sie wurde im Jahre 583 vor Christus zu Füßen der Heuneburg mit reichen Beigaben, unter anderem aus Gold, Bernstein und Bronze, bestattet. Zudem konnten die Forscher herausfinden, dass die Oberstadt, auch "Akropolis" genannt, nur den Kern einer viel größeren Siedlung darstellte, die sich im 6. Jahrhundert vor Christus über eine Fläche von ca. einem Quadratkilometer erstreckte und mehrere Tausend Einwohner hatte.

Laufende Ausgrabungen auf der Alte Burg bei Langenenslingen, am Bussen und bei Upflamör zeigen zudem, dass die Heuneburg das Zentrum einer komplexen frühkeltischen Polis (im griechischen Sinne des Stadtstaats) mit Verteidigungsanlangen, Gräberfeldern, Kultplätzen, Bauerndörfern und Straßen war.


-> Dienstag, 20 März 2018

Weltkulturerbe Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb - Sechs Höhlenfundstellen und die sie umgebende Landschaft im Ach- und Lonetal

Conny Meister, M. Sc., Welterbeantrag Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb im Landesamt für Denkmalpflege, Esslingen

In Höhlen der Schwäbischen Alb wurden die ältesten mobilen, figürlichen Kunstobjekte und Musikinstrumente der Menschheit entdeckt. Es handelt sich um wenige Zentimeter große Elfenbeinschnitzereien, die Menschen und Tiere der Eiszeit sowie Mischwesen aus Mensch und Tier darstellen. Die ältesten Musikinstrumente der Welt liegen in Form von Flöten aus Vogelknochen und Mammutelfenbein vor. Die Funde sind ca. 40.000 Jahre alt und wurden in den Fundstellen Geißenklösterle, Hohle Fels und Sirgenstein im Achtal sowie Vogelherdhöhle, Hohlenstein Stadel-Höhle und Bocksteinhöhle im Lonetal entdeckt.

Die sechs Höhlenfundstellen und die sie umgebende Landschaft wurden aufgrund ihrer einzigartigen Funde in die Liste der UNESCO-Welterbestätten eingetragen. Lone- und Achtal stellen wegen ihrer singulären Konzentration von altsteinzeitlichen Fundplätzen außergewöhnliche Fundlandschaften eiszeitlicher Jäger und Sammler dar. Die Region war nachweislich ein zentrales Siedlungsareal der frühesten modernen Menschen in Europa. Im Vortrag werden einerseits Hintergrund und Bedeutung der Funde, der Höhlen und der Landschaft beleuchtet, andererseits wird der Weg der Nominierung bis hin zur Welterbeinschreibung thematisiert.